Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Neue Röstungen entdecken Versandkostenfrei ab 39 €
Zubereitungsguide

Espresso zubereiten mit dem Siebträger: Schritt für Schritt

Aktualisiert:

Espresso zubereiten ist Präzisionsarbeit: Mit dem richtigen Rezept, frischen Bohnen und einem sauber eingestellten Mahlgrad gelingt dir am Siebträger ein süßer, ausgewogener Espresso mit feiner Crema.

Rezept auf einen Blick

Kaffee
18 g (Doppelsieb)
Espresso in der Tasse
36 g
Verhältnis
1:2
Wassertemperatur
90–94 °C
Mahlgrad
fein, wie feiner Sand
Bezugszeit
25–30 Sek.

Was einen guten Espresso ausmacht

Beim Espresso presst die Maschine heißes Wasser mit rund 9 bar Druck durch ein fest verdichtetes Kaffeebett. In weniger als einer halben Minute entsteht so ein konzentrierter Kaffee mit dichtem Körper und goldbrauner Crema. Weil alles so schnell geht, reagiert Espresso empfindlich auf kleinste Veränderungen: Ein bis zwei Stufen am Mahlwerk können aus einem sauren einen bitteren Espresso machen. Arbeite deshalb mit Waage und Timer – dann kannst du jede Änderung gezielt nachvollziehen.

Was du brauchst

  • Eine Siebträgermaschine mit Doppelsieb
  • Eine Espressomühle, die sich stufenlos oder in feinen Schritten verstellen lässt
  • Eine Waage (0,1 g), die unter den Siebträger passt, und einen Timer
  • Einen Tamper in der passenden Größe für dein Sieb
  • Optional ein WDT-Werkzeug (feine Nadeln) zum Verteilen des Kaffeemehls
  • Frisch geröstete Espressobohnen, idealerweise ein bis zwei Wochen nach dem Röstdatum

Schritt für Schritt

  1. Maschine aufheizen. Schalte die Maschine rechtzeitig ein – je nach Modell 15 bis 30 Minuten vorher – und lass den Siebträger in der Brühgruppe mit aufheizen. Ein kalter Siebträger kühlt den Espresso spürbar ab.
  2. Kaffee mahlen und abwiegen. Mahle 18 g Kaffee fein direkt in den trockenen, sauberen Siebträger. Wiege nach, damit die Menge jedes Mal gleich ist.
  3. Verteilen. Verteile das Kaffeemehl gleichmäßig, etwa mit einem WDT-Werkzeug oder durch leichtes Klopfen, bis die Oberfläche eben ist. Klumpen und Löcher führen später zu Channeling.
  4. Tampen. Setz den Tamper gerade auf und drück das Kaffeebett gleichmäßig und fest zusammen. Wichtiger als die exakte Kraft ist, dass du jedes Mal gleich und waagerecht tampst.
  5. Brühgruppe spülen und einspannen. Lass kurz Wasser aus der Brühgruppe laufen, spann den Siebträger ein und starte den Bezug sofort, damit das Kaffeemehl nicht in der heißen Brühgruppe wartet.
  6. Bezug beobachten. Stell die Tasse auf die Waage und starte den Timer mit dem Bezug. Nach einigen Sekunden sollte der Espresso gleichmäßig fließen, ähnlich wie warmer Honig.
  7. Bei 36 g stoppen. Stoppe den Bezug, wenn 36 g in der Tasse sind, und schau auf die Zeit: 25–30 Sekunden sind das Ziel.
  8. Probieren und anpassen. Rühr den Espresso kurz um, damit sich Crema und Kaffee mischen, und probiere. Passe dann nur eine Variable an – meist den Mahlgrad.
  9. Reinigen. Klopf den Kaffeepuck aus, spüle die Brühgruppe kurz und wisch das Sieb aus. So schmeckt auch der nächste Espresso sauber.

Einen neuen Espresso einstellen

Jede neue Bohne braucht ein kurzes Einstellen, im Barista-Jargon „Dial-in“. Starte mit 18 g und dem Ziel von 36 g in 25–30 Sekunden. Verändere zuerst nur den Mahlgrad, bis die Zeit stimmt. Schmeckt der Espresso dann noch zu sauer, verlängere das Verhältnis leicht auf 1:2,2 bis 1:2,5; ist er zu bitter oder zu intensiv, verkürze es auf etwa 1:1,8. Plane zwei bis vier Bezüge ein – danach hast du ein Rezept, das du dir notieren kannst.

Fehler & Lösungen

Der Espresso läuft zu schnell und schmeckt sauer

Unter 20 Sekunden ist der Mahlgrad fast immer zu grob. Mahle feiner, bis du wieder bei 25–30 Sekunden bist.

Der Espresso läuft zu langsam und schmeckt bitter

Über 35 Sekunden oder nur tröpfchenweise: Mahle gröber oder reduziere die Kaffeemenge leicht.

Der Espresso spritzt oder läuft ungleichmäßig

Das ist Channeling: Das Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands durch das Kaffeebett. Verteile das Kaffeemehl gründlicher und tampe gerade.

Es entsteht kaum Crema

Die Bohnen sind zu alt, zu grob gemahlen oder waren schon vorgemahlen. Frisch gemahlene Bohnen aus den letzten Wochen liefern die beste Crema – mehr dazu im Guide Kaffee richtig aufbewahren.

Häufige Fragen

Wie viel Kaffee brauche ich für einen doppelten Espresso?

Je nach Siebgröße 16 bis 20 g, am häufigsten 18 g. Wichtig ist, dass die Menge zu deinem Sieb passt und du sie jedes Mal abwiegst.

Welche Bohnen eignen sich für Espresso?

Klassisch sind mittlere bis dunklere Röstungen und Blends mit Schokoladen- und Nussnoten, die auch mit Milch gut funktionieren. Hellere Single-Origin-Espressi schmecken fruchtiger, verlangen aber mehr Feintuning. Die Unterschiede erklären wir im Guide zu den Röstgraden.

Kann ich Espresso ohne Siebträger zubereiten?

Ein Espressokocher macht einen kräftigen, konzentrierten Kaffee, erreicht aber nicht den Druck einer Espressomaschine. Das Ergebnis ist espressoähnlich, aber kein echter Espresso.

Wie lange sollten Espressobohnen nach dem Rösten ruhen?

Meist ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit entweicht ein Teil des Kohlendioxids, und der Bezug läuft gleichmäßiger.

Was ist ein Ristretto, was ein Lungo?

Beide nutzen dieselbe Kaffeemenge. Beim Ristretto stoppst du früher (etwa 1:1 bis 1:1,5), beim Lungo später (etwa 1:3). Ein Ristretto schmeckt intensiver und süßer, ein Lungo leichter.

Passende Espressobohnen

Für den Einstieg eignen sich mittlere bis dunklere Röstungen und Blends mit Schokoladen- und Nussnoten – pur und mit Milch.

Espresso ansehen

Weitere Zubereitungsguides